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Berichte, Geschichten und Gedanken 

Experiment Jane! Kids on Bord

Autorin Barbara
Darf ich vorstellen, das ist Jane:


Die Flamingodame hat die Woche mit Nora, Nando und Bäbi Celine um einen Spassfaktor erweitert. So viel Freude hat sie gebracht, dass sie nach einer Woche mit der ganzen Familie weiter an den Comersee gereist ist.

Wir können derweil sagen, das Experiment Kids on Bord, ist vollauf gelungen. Marlen, Mark und die Kinder haben unseren Alltag enorm bereichert.

Nora und Nando waren unglaublich tapfer und haben trotz aufkommender Seekrankheit ohne Aufstand durchgehalten, als wir beim ersten Schlag nicht wirklich familienfreundliche Bedingungen hatten. Die Etappe an den Strand  nach Es Trenc segelten Ralph und ich alleine, so dass eine kleine Überlandreise die Ferienwoche erweitert hat.

Auch die kurze Strecke nach Cabrera war kein Zuckerschlecken. Dafür war dort die Nacht sehr ruhig und wir konnten die Zeit mit Uno spielen und Zeichnen auskosten.

Wir haben die Woche mit Familie Richner sehr genossen. Alle 4 sind so gut drauf, locker und hilfsbereit, sie haben uns unterstützt wo sie nur konnten, haben alles gerne gegessen und waren zusammen mit uns im Flow. Wir erlebten so viel Offenheit und Empathie und echten Respekt für unser Projekt. Das war eine tolle Erfahren mit einer ganz coolen Familie. 

Wer weiss, vielleicht segeln wir wieder einmal durch sanftere Wellen und falls der Segelvirus ansteckend war, vielleicht mit einem weiteren aktiven Crewmitglied........wir würden uns freuen.



Memories. Tagebuch mit einem Blick zurück.

Autor: Ernst Ehrler

1969

Nach einem 2-jährigen Aufenthalt in New York hatte ich die einmalige Möglichkeit, mich auf einem Passagierschiff als  Staffmember anheuern zu lassen. Die erste Reise der „Gripsholm“, der Swedisch American Line, führte uns für ca. 3 Wochen von New York in die Karibik.


Was für eine Traumwelt. Die Karibik mit ihren wunderschönen Stränden und den unglaublich schönen türkisblauen Tönen des Meeres, hinterliessen bei mir einen unauslöschbaren Eindruck. Drei mal durfte ich die Karibik besuchen, bevor dann weitere Reisen nach Nord-Ost Europa, Afrika und Südamerika folgten. Diese Reisen eröffneten mir eine mir bislang unbekannte neue Welt: Das Meer mit seinen unglaublichen Schönheiten. 

19. Juni 2019 50 Jahre später

Barbara und Ralph empfingen uns im Hafen von Palma de Mallorca. Für Senioren wurde die Lille-Venn gegenüber Januar  2019, als wir sie in Malaga besuchten, wesentlich komfortabler. U.a.hat der Skipper die Gangway mit einem Handlauf ausgerüstet! Ein gemütlicher Spaziergang mit einem feinen Nachtessen in Palma  rundeten einen schönen Tag ab. Schlafen konnten wir wie Murmeltiere.

20. Juni 2019

Bevor die Leinen losgelöst wurden, fand auch für Familienmitglieder eine Instruktion bezüglich Verhaltensweise auf dem Schiff durch Ralph den Skipper statt:

Bei einem Zwischenfall und ein solcher kann immer wieder eintreten, gibt es nur eine Stimme: diejenige des Skippers. Diskutieren und nicht befolgen der Anweisungen sind tabu. Dann gings los, mit einer Fahrt in eine Bucht bei Portals Nous.

Die "Lille Venn" am Anker in einer sehr schönen Bucht liegend, den Besuch von der Nosy Be Crew, Willy, Regula und Freunde zum Apéro und danach ein feines Nachtessen von Barbara zubereitet, diese ersten Eindrücke sind fast unschlagbar.

21. Juni 2019

Anker hoch und los geht’s Richtung Es Trenc an den kilometerlangen Sandstrand. Traumhaft! Die Erinnerungen an die Karibik wurden nach vielen Jahren wieder wach. Das Meer in allen seinen türkis-blauen wunderbar sanften Farben.

Auch hier geniessen wir einen Ausflug mit dem Dingy an den Strand und lassen unsere Füsse durch den feinen Sand massieren, während auf Lille Venn die Wäsche trocknet.


22. Juni 2019

Anker lichten. Der Autopilot ist für die Fahrt in Richtung Isla de Cabrera eingestellt. Die Überfahrt gestaltet sich eher ruppig. Die "Lille Venn" stampft tapfer gegen den Wind und die hohen Wellen. Seekrank? Nein. Lillan, als halbe Norwegerin besitzt Vikingerblut und Ernst hat seine Erfahrungen vor 50 Jahren gemacht!


Die Faszination, die Welt von einem Schiff aus kennen zu lernen, wurde uns in der Bucht von Cabrera bewusst. Die unter Naturschutz stehende Insel ist nur per Schiff zu erreichen. Um die Fauna des Meeres zu schützen, sind nur ca. 30 Bojen vorhanden. Ankern ist verboten. 


23. Juni 2019

Wir hissen die Segel in Richtung Festland und fahren in die Bucht von Porto Pietro. Nicht immer auf direktem  Weg, weil der Gegenwind dem Skipper etwas Sorgen bereitete. Auch hier kein Problem, dank der Umsichtigkeit und der Erfahrung der Crew.

24. Juni 2019

Letzter Tag auf See Richtung Porto Colom.

Bei der Ankunft wurde uns eine markierte Boje zugewiesen. Das Team Barbara und Ralph, mit Headsets versehen, harmonierte einwandfrei. Barbara manövrierte den Katamaran (14m lang, 7m breit, 14 Tonnen schwer) mit den zwei Volvo Motoren nach den Angaben von Ralph, punktgenau an die Boje. Bravo!




Mit dem Beiboot fuhren Ralph und Ernst an Land, entsorgten allen Abfall fach- und umweltgerecht, besorgten den Mietwagen und genossen anschliessend in der Altstadt einen Drink. Eine Überraschung.... auch für Ralph eine Sangria!!


Per Dinghy gings zum Restaurant direkt am Meer und im Dunkeln zurück auf die Lille Venn. Mit diesem gemütlichen Nachtessen am Strand, beschlossen wir die unvergesslichen Segeltage.


An den folgenden Tagen reisten wir mit dem Auto von der Süd-Ostküste nach Andraxt und dann weiter nach Soller an der Nord-West Küste. Das Hotel in Andraxt, das Nachtessen mit Eurem Freund Bastian aus Hamburg, die romantische, exzellent geführte Finca Can Coll in Soller und das unglaublich kreative  Nachtessen im Cafe Med im schönen, stimmungsvollen Bergdörfchen Fornalutx, waren echte Highlights.


30. Juni 2019

Tagwache 4.45h

Die Finca so früh ohne Frühstück zu verlassen fiel uns schon schwer. Sicher brachte uns Ralph schon um 6.30h in den Hafen von Alcudia.  Dort wartete die Korsika Fähre nach Toulon, von wo aus wir Freunde in Südfrankreich besuchten

Liebe Barbara, lieber Ralph

Wir haben mit Euch zusammen wunderbare, unvergessliche Ferien verbracht. In vielen gemeinsamen Gesprächen konnten wir uns überzeugen, dass ihr Eure Weltumsegelung minutiös und seriös vorbereitet.

Die Umsichtigkeit ,wie Ihr Eure Gäste betreut, ist beeindruckend. "Sicherheit über alles" ist das Credo. Das Wissen und die Erfahrungen, welche Ihr Euch vom Segeln und dem ganzen drum und dran angeeignet habt, sind beeindruckend. Ihr besitzt auch den nötigen Respekt vor den Naturgewalten.

Der stattliche Katamaran ist kein Spielzeug. Es braucht viel Können und Erfahrung ein solches Schiff über die Weltmeere zu segeln.
Dass Ihr eine solche Reise durchführen möchtet, braucht viel Mut und den Willen, gemeinsam etwas Aussergewöhnliches zu erreichen.

Wir sind überzeugt, dass Ihr das schafft.

Herzlichen Dank für die wunderbaren, unvergesslichen Ferientage mit Euch auf und um Mallorca.
Mami & Papi  (Lillan und Ernst)

Golden Oldies. Auf See und über Land

Am Sonntag Morgen in aller Herrgottsfrühe haben wir meine Eltern Lillan und Ernst auf die Fähre gebracht, mit welcher sie nach Toulon zu ihren Freunden nach Croix Valmer schipperten. Die Beiden voller Vorfreude auf eine weitere Zeit mit lieben Freunden, wir mit etwas Abschiedswehmut.


Nur kurz hing ein wenig Traurigkeit in der frischen Morgenluft, denn schon bald überwogen Dankbarkeit und Glücksgefühle über die herrlichen Tage mit MuP (Mami und Papi). Sagenhaft, wie die beiden die 10 Tage segeln locker geniessen konnten. Nichts von meinen sorgenvollen Vorahnungen wurde wahr. Alle möglichen Gedanken beschäftigten mich im Vorfeld. Was, wenn einer der Beiden schwer seekrank wird? Wie geht das mit dem Umsteigen ins Dinghi? Was macht Papi ohne Abendspaziergang? Können beide schlafen mit Schwell in der Bucht? Und noch vieles mehr, was ich euch ersparen möchte. Mein Fazit. Sorgen auf Vorrat sind so was von überflüssig. Doof, denn eigentlich wusste ich das ja schon vorher......


Die Bedingungen bei unseren Schlägen zwischen den Buchten waren alles andere als total easy. Das übliche halt. Viel Wind aus der falschen Richtung und zünftige Wellen. Aber wie gesagt, niemand hatte damit grössere Schwierigkeiten und die Tage in den schönsten Buchten Mallorcas waren ruhig und idyllisch.


Während Mami das Chillen an Bord geniessen konnte, waren Papi und Ralph auf Achse, wann immer es möglich war. So brachten sie zu Beginn der Reise unseren 3 (!) Dinghimotor vom Hafen in Palma in die Bucht zu Lille Venn. Leider wollte der Buschauffeur keinen Motor transportieren und so musste ein Taxi organisiert werden. Das war nicht einfach, weil gerade ein Einkaufszentrum (Papis Ausdruck für Kreuzfahrtschiffe mit über 4000 Gästen) in Palma anlandete und die Stadt überschwemmte.


Die beiden Männer unternahmen Strandspaziergänge und erklommen die Burg auf Cabrera. Wir Frauen liessen sie nur allzugerne ziehen und genossen verordnetes Nichtstun. Geht ja dann nicht anders......Zusammen fuhren wir zur blauen Bucht vor Cabrera und waren fasziniert von diesem Naturphänomen.


So vergingen die Segeltage wie im Fluge und anschliessen luden uns MuP zu einer 3 tägigen Landreise ein. Wir nächtigten edel und speisten königlich, genossen Swimmingpool und die Fahrt durch das vielseiteige und wunderschöne Mallorca. Das mit dem Cabriolet war allerdings nicht die beste Idee unseres Lebens. Es war viel zu heiss und wir mussten mit geschlossenem Dach fahren. Ja ...man lernt halt nie aus.



Jetzt bleiben uns viele herrliche Erinnerungen an eine Zeit voller Gemütlichkeit, Verbindung, Freundschaft , Wertschätzung, Grosszügigkeit und Liebe. Wir sind sehr dankbar, für dieses Geschenk.