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Berichte, Geschichten und Gedanken 

Vollmond und Nostalgie auf Lille Venn

Autorin: Barbara

Nach einer weiteren langen Reise von Korsika über Menorca nach Mallorca, geniessen wir den Sommer, welcher auch hier mit Verspätung eingetroffen ist. Eine Erholungszeit von der wellenreichen Überfahrt, hat dieses Mal keine Priorität. Die Freude über ein bevorstehendes Treffen in der Bucht von Portals Vells mit den neuen Eignern "unserer" Nosy Be hält uns wach.

In den folgenden Tagen verbringen wir viel Zeit mit Regula und Willy Rügge und freuen uns von Herzen, dass unser altes Schiffli in so gute Hände geraten ist. Liebevoll wurde es aufgepeppt und segelt nun mit den Beiden 3 Monate durchs Mittelmeer.

Etwas Bauchweh macht uns allerdings, dass die alte Dame ihren neuen Besitzern die eine oder andere Schwierigkeit bereitet. Gerade jetzt hängt sie nämlich am Kran, weil die Stopfbuchse ausgewechselt werden muss.



Derweilen geht auf Lille Venn das Bordleben seinen gewohnten Gang. Es wird geputzt und verproviantiert, denn meine Eltern, Lillan und Ernst werden uns 10 Tage lang begleiten.  Die Vorfreude auf diese Zeit ist riesig und die Arbeiten gehen deshalb leicht von der Hand. Wir bleiben in dieser Zeit vor Anker, denn Hafenplätze sind im Sommer auf Mallorca praktisch unbezahlbar und werden von uns nur im Notfall in Betracht gezogen. Ausserdem ist Vollmond und die Stimmung an Bord mit nichts zu überbieten.


Praktischerweise fährt wenige Meter vom Strand entfernt ein Bus nach Palma in die Stadt und ermöglicht mir 2 (!) ganze Lädeli Tage. Einmal wieder mitten im Menschentrubel, Neonlicht und Musikgeriesel wird mein Gehirn mit einem Dopaminüberschuss vernebelt und ich gerate in einen Minikaufrausch. Herrlich für meinen Kleiderschrank, schlecht fürs Budget. Da wir allerding nicht allzu oft an Orten wie Palma de Mallorca sind, lässt es sich verkraften. Finde ich.....

Die nächsten Wochen werden wir nun unter Segeln und auch einmal ein paar Tage auf dem Landweg Mallorca umrunden. Es ist höchste Zeit für gemütliches, lockeres Sommersegeln, sünnele, baden und laue Abende bei einem guten Glas Wein. Das ist immer so an Bord von Lille Venn, denkt Ihr? Falsch gedacht, aber dazu mehr ein andermal.




Je ne regrette rien!

Autor: Peter Frehner


Nur schon die Vorstellung, dass unsere Freunde Barbara und Ralph vor Jahren entschieden haben, ihr künftiges Leben auf See zu verbringen, hat uns irritiert. Die Vorstellung, selbst auf hoher See eine Zeit mit ihnen auf Lille Venn zu verbringen, war schlicht undenkbar.


Und dann das: Kurz vor meinem 65.Geburtstag haben sich Regine und ich hinreissen lassen, eine Woche zu buchen. Der Flug war schnell organisiert: Ajaccio, hin und zurück.


Bis zuletzt blieb die Unsicherheit, ob wir eine Reise auf See überhaupt ertragen würden. Wellen, unklare Windverhältnisse, ohne Zeit und Ziel unterwegs sein. Langeweile? Unsicherheiten?


Das Glück war und ist uns jedoch hold: Die Wetterprognose für die ganze Woche: Sonnig, warm bis heiss, stets leichter Wind, kein gesundheitliches Problem weit und breit.


Dafür wunderbare Nähe und Unterstützung durch Barbara und Ralph in jeder Hinsicht, bereits am Flughafen das freudige Wiedersehen. Der Transfer mit Mietwagen nach Pianottoli Caldarello (nahe Bonifacio), die gewohnte Sterne-Küche von Barbara, die Ziellandungen des Skipperteams in den schönsten Buchten an der Westküste (Cala di Roccapina oder bei Tizzano), das Oberflächenwasser bereits schwimmbar, fast schon kitschiges Abendrot hinter Palmen an den Ufern. Einfach traumhaft und unvergesslich. Keine Langeweile – aber jede Menge Entschleunigung, Entspannung pur; keine Unsicherheit – Wohlgefühl von spät morgens bis (sehr) s
pät abends.


Eine der besten Entscheidungen, diese Woche und meinen 65. Geburtstag im intimen Rahmen zu geniessen. Das Leben als „Pensionär“ könnte nicht schöner beginnen. Non! Je ne regrette rien !

Hundeleben auf Lille Venn

Autorin: Barbara


Eine herrliche Woche mit unserer Freundin Lotti und ihrer Hündin Gini liegt hinter uns. Segeln konnten wir leider nicht, denn noch immer beschäftig uns der Mistral mit seinen wöchentlich wiederkehrenden Frühlingsstürmen. Lotti kam mit dem Auto und bescherte dem Skipper einen Glückstag. Vollbepackt mit kleinen und grossen Päckli, zauberte Lotti nicht nur wegen ihrer Anwesenheit ein grosses, glückliches Lachen auf Ralphs Gesicht.

Wasseranschluss, Einhandkarabiner, Leinen, Hochstrombatterieumschalter, Ersatzbirnen für den Kompass, Wireless Anschluss für unser Energiemanagementsystem und vieles mehr, brachte Lotti zu uns nach Sardinien.

Um Hund und Menschen erlebnisreiche Tage zu bieten, entschieden wir uns für ein Landreise durch die Sardische Gallura. Das war eine hervorragende Idee, denn die Bilder dieses zauberhaften Flecken Erde, bleiben unvergessen. Felsig grün und erdige Landschaft, aber auch türkisblaues Meer und taumhafte Buchten, garniert mit formvollendeten Granitbrocken, zeichnen diese Gegend aus. Besonders gefallen hat uns das wunderschöne Capo Testa.


Die Abende verbrachten wir mit Spielen. Das Projekt "Schlag den Ralph" ist allerdings noch kläglich gescheitert. Aber wir arbeiten dran. Viel zu schnell war sie vorbei diese Woche mit Lotti. Der Abschied fiel uns schwer und es half auch nicht wirklich, dass es schüttete was Petrus zur Verfügung hatte.

Heute Morgen allerdings schien die Sonne und die Prognosen verkünden warmes Wetter. Am Donnerstag segeln wir nach Korsika, wo am Freitag unsere Freunde Regine und Peter eintreffen. So geben sich Abschiedsschmerz und Vorfreude die Hand.  Und jetzt geht es gleich los, denn Lille Venn wird auch für unseren nächsten Besuch auf Hochglanz poliert. Nach einem Hundebesuch ein grösseres Projekt........Hundeleben eben.