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Lieber Matthias
Wir sind gerade dabei, unsere Lille Venn wieder einzuwassern, da erreicht uns die unfassbare Nachricht, dass du bei einem tragischen Unfall ums Leben kamst. Unsere Welt steht einen Moment vollkommen still. Fassungslos und tief erschüttert versuchen wir nun, das Unabänderliche zu akzeptieren. Wir sind sehr traurig. Nie im Leben hätten wir gedacht, dass wir uns jetzt schon von dir verabschieden müssen. Seit Jahrzehnten fühlen wir uns mit dir und deinen Liebsten verbunden in einer engen Freundschaft, einer selbstverständlichen, einer, die einfach in unser Leben gehört. Eigentlich für immer und ewig, dachten wir. Und nun bist du nicht mehr.

Nach ein paar Tagen der Müdigkeit und des Unglaubens entsteht ein Raum für die vielen gemeinsamen Erinnerungen. Deine Sprüche sind auf der Lille Venn legendär. Und all die unzähligen Abende bei feinem Essen und einem guten Glas Wein, oder zwei oder so … Was wurden wir bei euch daheim verwöhnt und bekocht, und wie oft warst du mit deinen Liebsten unser Gast. Gefeiert haben wir doch ohne Ende: Geburtstage, Silvester, Hochzeiten und alles andere, was ein Grund zum Feiern war. Für ein gutes Mahl und ein gutes Schlückchen warst du ja immer zu haben, nicht wahr?

Und natürlich für stundenlanges Fachsimpeln über deine geliebte Passion: das Fliegen! Dank dir kann ich (Barbara) heute durchaus mithalten an einem Tisch voller Piloten, zumindest was die Terminologie angeht ;-) Meine Angst vor dem Fliegen hinterließ bei dir die völlige Ungläubigkeit! Und selbstverständlich war auch ich, wie alle anderen fasziniert davon, dass du deine eigenen Flugzeuge baust!

Du warst aber auch begeistert von unserer Idee, um die Welt zu segeln, und schon bei unserer ersten Fahrt durch die Biskaya warst du Teil der Crew. Den Hochseeschein hast du dann natürlich so nebenbei auch gleich gemacht, und dass du bei der Atlantiküberquerung dabei sein wirst, war eigentlich eine logische Folge.

Mitten auf dem Atlantik
Weisst du noch, als der fliegende Fisch über die offene Luke direkt in deine Tasche mit den T-Shirts flog und du dachtest, wir hätten dir einen Streich gespielt? Und nie vergessen wir dein Gesicht, als dir klar wurde, dass es während der ganzen Atlantiküberquerung kein Gläschen Wein zum Essen gibt. Konsequenterweise hast du nun jeden Abend mit einem nicht vorhandenen Weinglas auf uns alle angestossen.

Eine deiner grossen Stärken war es, dich auf etwas ganz und gar zu fokussieren. Ich nehme einmal an, dies hat dich auch zum besonders guten Piloten gemacht? Stell dir vor, wir schmunzeln noch heute darüber, wie du in deiner Wache total fokussiert auf deinen Roman, den du am Steuerstand gelesen hast, den Kurs verliessest und wir dich fortan neckten, dass wir nun wegen dir mindestens zwei Stunden später auf der anderen Seite ankommen.

Aber wir haben es geschafft. Schön, dass du dabei warst!
Lieber Matthias, es gibt noch so viel zu erzählen, und wir wollten noch so viel zusammen erleben. Und nun müssen wir dich ziehen lassen und den Blick in den Himmel werfen, um deiner zu gedenken. Und wir wollen gerne glauben, dass du uns siehst, von einem Ort aus, wo du fliegen, segeln und Spässchen treiben kannst und wo es voller Liebe ist.
Unser tiefstes Mitgefühl gilt unserer lieben Freundin deiner Frau, und deiner Tochter, meinem Gottimeitli. Wir werden versuchen, für sie da zu sein, wenn sie uns brauchen.
Du wirst immer unser Freund sein.
Fair winds
Barbara und Ralph
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Kommentar von Sunahla Nicola Sthioul |
Liebe Barbara, lieber Ralph,
Ich fühle mit euch. Wie schön, dass euer Freund in euren Herzen weiter mit euch reisen darf und ihr für seine Familie da seid.
Euch viel Kraft, und alles Liebe.
Kommentar von Muecke |
Oh wie tragisch - entonces: Carpe Diem :-)
Kommentar von Karin |
Oh, das tut mir sehr leid. Ich kann mich noch gut an Matthias erinnern und kann mir vorstellen, wie tief der Schock bei euch sitzt. Ich wünsche euch viel Kraft. Und meine Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Tochter.
Kommentar von Claudia |
Liebe Barbara
Soeben habe ich deinen Beitrag gelesen und bedaure von Herzen, dass ihr so unerwartet von einem guten Freund Abschied nehmen müsst.
Ich wünsche euch und der Familie vom Freund, dass ihr genügend Zeit habt zum trauern, um wieder festen Boden unter den Füssen zu spüren.
Alles liebe