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Von einem Garten im Urwald, unvergesslicher Gemeinschaft…
  • Von einem Garten im Urwald, unvergesslicher Gemeinschaft…
von Barbara Bader
(Kommentare: 1)

 

Während in meinem geschätzten Heimatland das Volk über eine «Keine 10-Millionen-Schweiz»-Initiative abstimmt, werden wir hier von den Bewohnern in Fulaga aufs Herzlichste und ohne jegliche Einschränkungen in die Dorfgemeinschaft aufgenommen. Kein Besuch im Village endet ohne ein Geschenk für uns. Eine Papaya, ein paar Bananen oder einer der von Maika angepflanzten und raren Pak Choi landen immer in unserem Rucksack. Bei jedem Besuch erhalten wir ein Dankeschön dafür, dass wir uns für die Bewohner der Laugruppe, ihre Natur und ihre Kultur interessieren. Am Sonntag werden alle Segler in die Kirche und anschliessend in ihren Gastfamilien zum Essen eingeladen. Wir geniessen diese Art des Zusammenseins und die Nähe zu den Menschen enorm.

Die Frauen kochen schon den ganzen Morgen für uns

Es gibt Fisch in Kokosmilch, Karabben, Kassava und Maniokbrot und Kürbisgemüse. Extra für die Gäste werden kleine Salz Säcklein bereitgelegt. Die Küche der Locals ist praktisch salzlos.

Natürlich wollen wir etwas zurückgeben. Es ist gar nicht so einfach herauszufinden, was wirklich gebraucht wird. Erst mit der Zeit, als sich die Beziehungen etwas vertiefen, hören wir auch Wünsche. Natürlich gab es in den WhatsApp-Gruppen Empfehlungen und Ideen, aber geäusserte Bedürfnisse zu erfüllen, macht einfach mehr Spass. Ralph übernimmt ein Kajak-Flick Projekt von der My Motu, die zurück nach Savusavu segeln muss, um eine Besucherin aufzunehmen. Da wurde plötzlich klar, dass viele Kajaks im Dorf kaputt, leck und unbrauchbar geworden sind. So wird Ralph vorübergehend zum Dorfservicetechniker und flickt Kajaks, bis ihm das Epoxi ausgeht. Nomei wünscht sich ein T-Shirt, Plastikschuhe, um am Strand über die scharfen Muscheln zu gehen, und eine Lesebrille. Aber niemals begegnen uns Ansprüche oder Erwartungen. Vielmehr freuen sich die Bewohner über jeden Besuch, winken und grüßen und wir sitzen mal auf diesem, mal auf jenem Bänkchen, schauen den Schnitzern zu oder geniessen ein paar Gitarrenklänge. 

Unser Gastvater Maika will uns einen Ort zeigen, wo ein Süsskartoffelgarten entstehen soll. Dieser liegt abseits des Dorfes und ist nur bei Hochwasser mit dem Dinghi erreichbar. Mir ist aufgefallen, dass Maika mich nicht wirklich in diesen Plan einbezieht und eher direkt mit Ralph spricht. Ich gehe trotzdem mit. Als Maika mich erblickt, sagt er sofort, ich müsse nicht mit wandern, sondern dürfe auch unten auf einem Stein sitzen und warten. Nix da. Maika geht voraus. Barfuss und mit der Machete führt er uns durch den dichten Dschungel den Hügel hinauf. Tatsächlich kommen wir an einen Ort, wo man mit etwas Fantasie erkennen kann, dass da schon einmal Menschen waren und begonnen haben, den Platz zu roden. Ralph und Maika sammeln trockene Blätter und Äste und machen Feuer. Ein Rodungsfeuer! Jetzt weiss ich, weshalb wir immer wieder Rauch aus dem Dschungel aufsteigen sehen.

Nach getaner Arbeit geht es weiter den Berg hinauf. Das Ziel: eine Höhle, wo die Toten liegen. Jetzt wird's gruselig, und als der Hang immer steiler wird und das Stapfen ins Klettern übergeht, gebe ich auf. Ralph verzichtet ebenso auf einen Blick zu den Gebeinen, und zusammen wandern wir zurück zum Dinghi.

Nebst den Besuchen im Village geniessen wir hier den Bordalltag und viele gemeinsame Stunden mit unseren Freunden von der My Motu und der Flora, essen und spielen zusammen, und Ralf und Ralph verbessern ihre Wingfoil-Technik. Jeden Freitag trifft sich die Seglercommunity mit ihren mitgebrachten Drinks im exklusivsten Yachtclub von Fidschi. Diese Bar, bestehend aus ein paar Ästen als Tresen, dem herrlichen Strand und dem fantastischen Sonnenuntergang, ist an Luxus kaum zu überbieten.

Photo credit Ralf Gerking. Danke!

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen? Es beginnt eine kleine neue Ära auf der Lille Venn. Unsere Familien haben Ralph zum runden Geburtstag eine Drohne geschenkt. Noch in der Schweiz musste er für deren Benutzung eine Prüfung ablegen und eine Lizenz beantragen. In den letzten Wochen hiess es dann üben, üben, üben. Zuerst vom Strand aus, inzwischen schon direkt vom Schiff. Ich finde, es sieht schon ziemlich cool aus, nicht wahr? Übrigens: die Fotos sind nicht bearbeitet. Grosses Indianerehrenwort!

 

Nun werden wir also zusehen, dass wir euch schon bald mit ein paar schönen Filmchen aus der Luft begeistern können. Bis dahin schicken wir ein kühles Lüftchen nach Europa.

Und ganz zum Schluss noch dies: Danke, Schweizer Volk, für ein klares Nein. Ich freue mich schon auf den zehnmillionsten und ersten Einwohner. Vielleicht kommt er ja aus Fulaga…

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Kommentar von Hans Graber |

Danke für die schönen Bilder.
Den 10ˋ000ˋ001 Bürger wird herzlich willkommen geheissen. Darf gleich als Parteipräsident der SVP starten.
Ahoy ????????

Bitte rechnen Sie 1 plus 3.
2026 Lille Venn.
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